Ethereum Foundation verklagt wegen Kündigung eines Mitarbeiters im Zusammenhang mit umstrittener Selbstschadensklausel
Eine ehemalige Protokoll-Support-Leiterin wirft ungerechtfertigte Kündigung vor, nachdem sie eine Krebsdiagnose offengelegt und sich gegen ein Entwurfsmandat mit Selbstzerstörungsversprechen ausgesprochen hatte.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen
Das Wichtigste
- Die Klage behauptet, die Foundation habe Mitarbeiter gezwungen, eine Entwurfsrichtlinie zu akzeptieren, die eine Klausel zur Förderung von Selbstschäden bei Verstößen enthielt.
- Die Mehrheit der Mitarbeiter stimmte für die Löschung der Klausel, doch die unveränderte Version verblieb auf der Website der Foundation und wurde in die Blockchain geschrieben.
- Co-Geschäftsführer Bastian Aue soll gewarnt haben, dass eine Verweigerung der Unterschrift als Rücktritt gewertet würde.
Kayleen Fulton, die zuvor den Protokoll-Support bei der Ethereum Foundation leitete, hat eine rechtliche Beschwerde eingereicht, in der sie die Organisation, ihren Mitgründer Vitalik Buterin und führende Manager der Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses beschuldigt, nachdem sie eine Krebsdiagnose offengelegt und Widerstand gegen eine interne Entwurfsrichtlinie mit einer „Source Seppuku License“ organisiert hatte. Die Einreichung behauptet, die Entlassung sei rachsüchtig gewesen und verletze den Arbeitsschutz.
ETH / USD
Entwurfsrichtlinie und die Selbstschadensbestimmung
Im Februar 2026 zirkulierte die Foundation eine vorläufige Version eines neuen internen Mandats. Unter den Bestimmungen befand sich eine Klausel, die jeden Mitwirkenden verpflichtete, zu versprechen, sich im Falle einer Nichteinhaltung oder Änderung der Lizenz mit einem Schwert das Leben zu nehmen. Die Formulierung, die von der Klägerin als „Selbstzerstörungsversprechen“ beschrieben wurde, wurde in der Ethereum-Blockchain aufgezeichnet und verblieb trotz interner Einwände auf der öffentlichen Website der Foundation.
Widerstand der Mitarbeiter und Abstimmungsergebnisse
Laut der Beschwerde stimmten 79 Mitarbeiter für die Entfernung der suizidbezogenen Formulierung und verwiesen auf persönliche Bedenken, einschließlich eines früheren Suizids eines Kollegen. Dennoch behielt die online veröffentlichte Version die Klausel bei, und die Foundation fuhr fort, den unveränderten Entwurf on-chain einzubetten. Fulton und ein weiterer Mitarbeiter, Trent Van Epps, sandten einen Brief an den Vorstand, der von 53 Mitgliedern des „Protocol cluster“ unterzeichnet wurde, in dem sie erklärten, sie würden das Mandat nicht unter Druck befürworten, aber auch nicht zurücktreten.
Vorwürfe der Nötigung und Entlassung
Die Klage behauptet, dass Co-Geschäftsführer Bastian Aue Mitarbeiter warnte, dass eine Verweigerung der Unterschrift unter das Mandat als freiwilliger Rücktritt interpretiert würde. Nach Fultons Entlassung soll sie sich mit Vitalik Buterin unterhalten haben, der Bedenken äußerte, dass die Foundation störendes Verhalten belohnen könnte, um Ergebnisse zu erzielen.
Potenzielle rechtliche und branchenweite Auswirkungen
Wenn die Vorwürfe bewiesen werden, könnte der Fall einen Präzedenzfall dafür setzen, wie dezentrale Organisationen interne Richtlinien mit extremen oder illegalen Formulierungen verwalten. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Verpflichtung von Mitarbeitern, einer Selbstschadensklausel zuzustimmen, gegen Arbeitsgesetze verstoßen und die Foundation über die Ansprüche auf ungerechtfertigte Kündigung hinaus weiteren Haftungsrisiken aussetzen könnte. Der Streitfall wirft auch breitere Fragen zur Transparenz der Governance und den Rechten der Mitarbeiter in Blockchain-Organisationen auf.

Diskussion 0