Kraken gab am Donnerstag bekannt, dass es eine Reihe von Konten, die mit einem mutmaßlichen Diebstahl von über €133 Millionen (etwa $145 Millionen) durch eine nicht benannte europäische Einheit in Verbindung stehen, eingeschränkt hat. Die Börse erklärte, dass dieser Schritt Teil einer koordinierten Aktion mit den Strafverfolgungsbehörden sei, um weitere Bewegungen der gestohlenen Vermögenswerte zu verhindern, und betonte, dass die eigene Sicherheit und die Kundenkonten nicht kompromittiert wurden.

Umfang des mutmaßlichen Diebstahls

Der Blockchain‑Ermittler ZachXBT meldete den Vorfall erstmals am 2. November und schätzte den Verlust auf über €106 Millionen. Eine Nachanalyse vom 3. November fügte etwa €27 Millionen weitere Auszahlungen hinzu, sodass die Summe laut Ermittler über €133 Millionen beträgt. ZachXBT vermutete, dass das Opfer ein großes westeuropäisches Finanzinstitut sein könnte, jedoch bleibt diese Annahme unbestätigt.

Wie das Geld bewegt wurde

Das Analyseunternehmen Bitquery verfolgte die gestohlenen Vermögenswerte über Konten bei Kraken, Crypto.com und OKX. Innerhalb von etwa vier Stunden wurden $62,98 Millionen Stablecoins gegen 27 553 Ether (ETH) getauscht. Der Angreifer nutzte zudem Cross‑Chain‑Brücken, Sofort‑Exchanges und wandelte einen Teil der Beute in Monero (XMR) um, um die Spur zu verwischen. Zum Zeitpunkt des letzten Snapshots befanden sich rund $78,3 Millionen in Wallets, die mit dem Verdächtigen verbunden sind, während $30,5 Millionen bereits ausgegeben wurden.

Reaktion der Börsen und Stablecoin‑Emittenten

Kraken bestätigte, dass die eingeschränkten Konten nicht die Quelle des Vorfalls seien und dass die internen Sicherheitskontrollen intakt blieben. Crypto.com erklärte, dass es die betreffenden Mittel für weitere Transfers blockiert habe, und OKX gab an, die Aktivität zu prüfen. Auch Stablecoin‑Emittenten ergriffen Maßnahmen: Circle sperrte etwa $3,74 Millionen USDC, und Tether blockierte rund $1,1 Millionen USDT. ZachXBT warnte, dass die verzögerte öffentliche Bekanntmachung die Geldwäsche von mehr als $30 Millionen ermöglicht haben könnte, die sonst eingefroren worden wären.

Ausblick

Behörden und Blockchain‑Analysten beobachten weiterhin die verbleibenden Wallets, um weitere Ausgänge oder Verbindungen zu identifizierbaren Konten zu finden. Künftige Updates könnten zeigen, ob einige der eingefrorenen Stablecoins zurückgewonnen werden können und ob das mutmaßliche europäische Opfer öffentlich benannt wird. Der Vorfall unterstreicht zudem die Notwendigkeit eines schnelleren Informationsaustauschs zwischen Börsen, Stablecoin‑Emittenten und Strafverfolgungsbehörden, um den raschen Abfluss gestohlener Kryptowährungen zu begrenzen.