Chainalysis gab am 6. Nov. bekannt, dass ein bösartiger Akteur Namen, Benutzernamen, Passwort‑Hashes und Live‑Tokens aller Nutzer seiner Compliance‑Screening‑Plattform abgerufen hat. Die Enthüllung folgt auf eine erste Mitteilung vom 30. Okt., wonach nur nicht‑sensible Daten wie Nutzer‑IDs und E‑Mail‑Adressen kompromittiert waren. Als Reaktion darauf führt das Blockchain‑Analytics‑Unternehmen die Rückkehr seiner KYT‑ (Know‑Your‑Transaction) und Address‑Screening‑Tools schrittweise ein und hält Reactor sowie Data Solutions offline.

Erweiterter Umfang des Verstoßes

Laut dem neuesten Update erlangte der Angreifer Passwort‑Hashes und „Live‑Tokens“ für alle Kunden – ein Schritt über die frühere Behauptung hinaus, dass Klartext‑Passwörter und MFA‑Secrets sicher seien. Das Unternehmen hat die Gesamtzahl der betroffenen Konten nicht veröffentlicht, bestätigte jedoch, dass die Offenlegung Namen, Benutzernamen, Passwort‑Hashes und gültige Tokens umfasst. Chainalysis erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass Untersuchungs‑ oder Attributionsdaten eingesehen oder verändert wurden.

Gestufte Wiederherstellung und neue Sicherheitsanforderungen

Chainalysis begann am Freitag, dem 6. Nov., mit der Wiederherstellung des Zugriffs auf seine KYT‑ und Address‑Screening‑Produkte, jeweils eine Kundengruppe nach der anderen. Kunden müssen zunächst vertrauenswürdige IP‑Adressen für eine Allowlist einreichen, bevor sie sich anmelden können. Nach Freigabe muss jeder Nutzer sein Passwort zurücksetzen und alle zugehörigen API‑Keys rotieren, berichtet Unchained. Das Unternehmen arbeitet weiterhin mit externen Cyber‑Security‑Experten zusammen und nutzt Large‑Language‑Model‑Tools, um seine Infrastruktur zu prüfen.

Produkte bleiben offline und nächste Schritte

Die Reactor‑ und Data‑Solutions‑Suiten, die am 2. Nov. vorsorglich offline genommen wurden, bleiben geschlossen, während Chainalysis diese Dienste härtert. Das Unternehmen rät Nutzern, auf unerwartete Passwort‑Zurücksetzungs‑Anfragen zu achten, keine Links in unaufgeforderten E‑Mails zu klicken und nach Möglichkeit die Zwei‑Faktor‑Authentifizierung zu aktivieren. Außerdem wird empfohlen, bei Wiederverwendung des Chainalysis‑Passworts an anderen Stellen diese Anmeldedaten zu ändern.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Stakeholder sollten die kommenden Updates von Chainalysis zur Zeitplanung der Rückkehr von Reactor und Data Solutions sowie mögliche weitere Datenexpositionen im Auge behalten. Weitere Angaben zur Natur der „Live‑Tokens“ und zur Wirksamkeit des IP‑Allowlist‑Verfahrens werden für Organisationen, die Chainalysis für AML‑Compliance nutzen, entscheidend sein.