Die Polizei Singapurs hat bestätigt, dass manipulierte Ledger‑Hardware‑Wallets, die in lokalen Einzelhandelsgeschäften verkauft wurden, zur Diebstahl von etwa 3,5 Mio. S$ (ca. 2,7 Mio. US$) an Kryptowährungen geführt haben. Der Polizeibericht, der am 28. Okt. veröffentlicht wurde, verweist auf mindestens zwei gemeldete Fälle, die bis zum 10. Sept. zurückreichen, fast einen Monat bevor der breitere südostasiatische Vorfall bekannt wurde. Vorläufige forensische Analysen deuten darauf hin, dass die kompromittierten Geräte bösartige Komponenten enthielten, die in der Lage waren, die Wiederherstellungsphrasen oder privaten Schlüssel der Nutzer zu erfassen und es Angreifern zu ermöglichen, Gelder ohne Wissen der Eigentümer zu bewegen.

Zeitplan und Umfang der Untersuchung

Der Polizeibericht weist darauf hin, dass die Untersuchungsphase am 10. Sept. begann, als der erste lokale Fall identifiziert wurde, und bis zum Ende des Oktobers andauert. Ledger gab am 9. Okt. bekannt, dass es Wallet‑Drainfälle festgestellt hatte, die mit Geräten zusammenhingen, die über CryptoBilis, einen autorisierten Händler in Indonesien, Malaysia, den Philippinen und anderen Märkten, verkauft wurden. Während die singapurische Warnung keinen direkten Zusammenhang zwischen den lokalen Fällen und den CryptoBilis‑bezogenen Drainfällen bestätigt, betreffen beide Vorfälle dieselbe Marke von Hardware‑Wallets und ein ähnliches Implantatverhalten. Ledger bestätigte am 13. Okt., dass ein von CryptoBilis gekauftes Gerät ein zusätzliches Teil enthielt, das die Wiederherstellungsphrase während der Einrichtung entschlüsselte und über LTE übermittelte. Das Unternehmen bat anschließend Händler in Singapur und sechs weiteren asiatischen Märkten, den Verkauf zu pausieren, während die Untersuchungen weitergehen.

Polizeirichtlinien für betroffene Nutzer

Die Singapore Police Force (SPF) forderte jeden, der vermutet, dass sein Ledger-Gerät manipuliert wurde, sofort auf, die Wiederherstellungsphrase nicht mehr einzugeben oder Transaktionen zu initiieren. Nutzer sollten Ledger über offizielle Support-Kanäle kontaktieren und in Erwägung ziehen, verbleibende Vermögenswerte in ein neues Wallet zu übertragen, das mit einer frischen Wiederherstellungsphrase auf einem sauberen Gerät generiert wurde. Die Warnung weist auch darauf hin, Seed‑Phrasen nicht mit Dritten zu teilen, auch nicht mit Personen, die sich als Vertreter von Wallet-Herstellern, Börsen oder Strafverfolgungsbehörden ausgeben. Die SPF stellte eine Hotline (1800‑255‑0000) für Hinweise und weitere Informationen bereit.

Reaktion der Branche und breitere Implikationen

Ledger bezeichnete das Ereignis als „lokalisierten Verteilungsangriff“ und betonte, dass es sich nicht um einen systemischen Lieferkettenkompromiss zu handeln scheint. Das Unternehmen arbeitet mit den Behörden zusammen und hat kompromittierte Geräte für betroffene Kunden ersetzt, wie Nutzer berichteten, die Ersatzgeräte nach Kontaktaufnahme mit dem Support erhielten. Der konkurrierende Hardware‑Wallet-Hersteller Trezor kündigte am 13. Okt. an, die Anzahl der autorisierten Händler nach den jüngsten Lieferkettenvorfällen zu reduzieren, und wies auf erhöhte Sicherheitsbedenken hin. Sicherheitsforscher Austin Campbell von Zero Knowledge Group nutzte den Vorfall, um zu argumentieren, dass Self‑Custody‑Lösungen einfachere, weniger angreifbare Designs bevorzugen sollten.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Die Behörden haben die Quelle der bösartigen Komponenten noch nicht identifiziert, und die Untersuchung läuft weiter. Wichtige Entwicklungen, die zu beobachten sind: (1) etwaige formelle Verbindungen zwischen den singapurischen Fällen und den größeren CryptoBilis‑bezogenen Verlustschätzungen, die laut Blockchain‑Analysefirma Bitquery auf über 100 Mio. USD für 335 Wallets gestiegen sind; (2) weitere Stellungnahmen von Ledger zur Reichweite des Implants und zu zusätzlichen Abhilfemaßnahmen; und (3) mögliche regulatorische Reaktionen in Singapur und anderen südostasiatischen Gerichtsbarkeiten, die darauf abzielen, die Aufsicht über die Lieferkette von Hardware‑Wallets zu verschärfen.