Bitcoin wurde am 31. Okt. bei 77.367 USD gehandelt, ein moderater Aufschwung nach dem starken Ausverkauf, der durch die Binance‑Sicherheitsverletzung zu Beginn des Monats ausgelöst wurde. Während das Preisniveau stabil zu sein scheint, betonen Analysten, dass die Gesundheit des Aufschwungs mehr von der Derivate‑Exposition und den ETF‑Flows als vom Schlagzeilenpreis abhängt.

BTC / USD
Quelle: CoinGecko. Kurse sind Richtwerte.

Derivate‑Exposition bleibt hoch

Daten von Block Scholes, einem Unternehmen für Krypto‑Derivate‑Analyse, zeigten, dass das Open Interest des Binance‑BTC‑USDT‑Perpetual‑Kontrakts zwischen 23:00 UTC am 29. Okt. und 04:00 UTC am 30. Okt. um 4,5 % zunahm. Ein breiterer Überblick von Coinalyze zeigte, dass das aggregierte Bitcoin‑Open Interest bei BTC/USD, BTC/USDT und BTC/USDC‑Kontrakten am 31. Okt. etwa 28 Mio. USD erreichte, ein Anstieg von 3 % gegenüber dem Vortag. Der Anstieg der dollar‑denominierten Nominalexposition deutet darauf hin, dass Händler weiterhin Hebelpositionen halten oder sogar ausbauen, trotz des jüngsten Preisschocks.

ETF‑Abflüsse untergraben die Spotnachfrage

In derselben Woche verzeichneten US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs laut Farside Investors Nettoabflüsse von 643 Mio. USD. Die Abflusszahl spiegelt die jüngste abgeschlossene Fonds‑Session am 30. Okt. wider und steht im Gegensatz zu den typischerweise unterstützenden Einlauftrends. Während ETF‑Flows und Derivate‑Daten unterschiedliche Marktsegmente abdecken, wirft die gleichzeitige Präsenz von Abflüssen und steigendem Open Interest Bedenken hinsichtlich der zugrunde liegenden Nachfrage nach Bitcoin auf.

Funding‑Raten deuten auf begrenzten Druck bei Longs hin

Die Funding‑Raten des Binance‑USDT‑Perpetual‑Kontrakts fielen am 31. Okt. in Richtung Null, blieben jedoch leicht positiv (+0,01 %) bei Binance und +0,0065 % bei Bybit. Positive Funding bedeutet, dass Longs weiterhin Shorts bezahlen, wenn auch auf minimalen Niveaus. Analysten betonen, dass Funding allein die Größe offener Positionen nicht offenbart, aber die niedrigen Raten deuten darauf hin, dass das unmittelbare Liquidationsrisiko gedämpft sein könnte, obwohl die Hebelwirkung hoch bleibt.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Der kommende US‑Beschäftigungsbericht am 6. Nov. wird die Risikobereitschaft in allen Märkten testen. Ein strengerer geldpolitischer Ausblick könnte die gehebelten Bitcoin‑Positionen belasten, während ein lockerer Ausblick die Nachfrage ankurbeln könnte. Beobachter werden auch die ETF‑Flow‑Trends sowie eventuelle Veränderungen im Open Interest oder in den Funding‑Raten überwachen, die auf eine neue Welle von Liquidationen oder einen nachhaltigeren Preisaufwärtstrend hinweisen könnten.