Der Legislative Council von Hong Kong hat für die Verabschiedung eines Krypto‑Steuer‑Meldegesetzes gestimmt, das die Stadt mit dem Crypto Asset Reporting Framework (CARF) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Einklang bringt. Das am 4. November 2026 angekündigte Gesetz verpflichtet Krypto‑Börsen, Broker und andere qualifizierte Dienstleister, detaillierte Kundeninformationen zu erfassen und qualifizierte Transaktionen ab dem 1. Januar 2027 an das Inland Revenue Department (IRD) zu melden, wobei der grenzüberschreitende Datenaustausch 2028 beginnt.

Meldepflichten für Krypto‑Unternehmen

Nach den neuen Regeln müssen betroffene Unternehmen bis Anfang 2027 beim IRD registriert sein und für jeden Kunden Namen, Adresse, Steuerwohnsitz, Identifikationsnummer und Geburtsdatum erfassen. Alle Krypto‑Käufe, -Verkäufe, -Tauschgeschäfte und -Transfers – einschließlich Bewegungen zu externen Wallets – unterliegen der Meldung. Bestehende Kunden müssen bis Januar 2028 eine Steuerwohnsitz‑Erklärung abgeben, neue Kunden müssen dies beim Onboarding tun.

Internationaler Datenaustausch

Ab 2028 wird das IRD die gesammelten Krypto‑Transaktionsdaten mit Jurisdiktionen austauschen, die am von der OECD geleiteten Informationsaustauschnetzwerk teilnehmen. Das Rahmenwerk spiegelt den Common Reporting Standard (CRS) wider, den Hong Kong seit 2018 für traditionelle Finanzkonten nutzt, und die Regierung plant, die CRS‑Regeln 2028 zu aktualisieren, mit automatischem Austausch ab 2029.

Implikationen und nächste Schritte

Das Gesetz führt keine neue Steuer auf Krypto‑Transaktionen ein; es erweitert lediglich die Meldepflichten zur Verbesserung der Steuerm Transparenz. Finanzdienstleistungen und Finanzminister Christopher Hui betonten, dass der Schritt das Vertrauen von Finanzinstituten, Krypto‑Unternehmen und Nutzern stärken solle. Das IRD hat ein Task‑Force eingerichtet, um Leitlinien zu veröffentlichen und technische Fragen zu beantworten, und wird später eine Liste der teilnehmenden Jurisdiktionen herausgeben. Branchenbeobachter vermerken, dass das Timing mit ähnlichen Maßnahmen in Europa, etwa der geplanten Stablecoin‑Umwandlungssteuer in Frankreich, übereinstimmt.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Wichtige Entwicklungen sind die Veröffentlichung der Jurisdiktionsliste für den Datenaustausch, die Ausgabe detaillierter Compliance‑Leitlinien durch das IRD und die Anpassung der Onboarding‑ und KYC‑Prozesse von Krypto‑Unternehmen vor der Frist 2027. Zudem wird die Auswirkung auf grenzüberschreitende Krypto‑Ströme und mögliche weitere regulatorische Anpassungen in der Region genau verfolgt.