Bitget startet Open Custody Network und ermöglicht Handel ohne Börsen‑Custody
Bitgets neues Open Custody Network lässt berechtigte institutionelle Nutzer Spot-, Margin‑ und Futures‑Handel betreiben, während die Assets bei externen Banken und Verwahrern bleiben.
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Das Wichtigste
- Bitgets Open Custody Network verbindet externe Verwahrer über Asset‑Mirroring mit seiner Handelsengine.
- Der Service richtet sich an Market Maker, Asset‑Manager und andere institutionelle Händler, die ihre Assets außerhalb der Börse behalten wollen.
- Bitget kooperiert mit Verwahrern wie Copper, Cactus Custody, Fireblocks, OSL und Sygnum, um Spot‑, Margin‑ und Futures‑Handel zu unterstützen.
Bitget hat am 5. November 2026 die Einführung seines Open Custody Network (OCN) angekündigt – ein Service, der berechtigten institutionellen Teilnehmern den Handel an den Spot‑, Margin‑ und Futures‑Märkten der Börse ermöglicht, während sie die Verwahrung ihrer digitalen Assets bei Dritt‑Banken und -Custodians behalten. Das Netzwerk nutzt einen Asset‑Mirroring‑Mechanismus, der extern gehaltene Salden mit Bitgets Order‑Buch verknüpft und so den Transfer von Geldern in die eigenen Wallets der Börse überflüssig macht.
Wie das Open Custody Network funktioniert
Laut Bitgets Ankündigung verbinden sich teilnehmende Custodians direkt mit der Infrastruktur der Börse und erzeugen einen gespiegelten Kollateral‑Saldo, der als Handelskredit genutzt werden kann. Das System unterstützt mehrere Abwicklungsmodelle: Einige Anbieter, wie Copper ClearLoop, ermöglichen Echtzeit‑Kredit gegen gehaltene Assets, während andere, etwa Cactus Custody Oasis, alle acht Stunden über Off‑Chain‑Transfers abrechnen. OSLs MirrorEX löst die Abwicklung aus, wenn Handelsverluste 15 % der verwahrten Assets übersteigen, und Sygnum Protect ermöglicht die Finanzierung gegen bei der Schweizer Bank verpfändete Assets.
Zielgruppe und erwartete Vorteile
Bitget positioniert OCN als Lösung für Market Maker, Asset‑Manager und andere professionelle Händler, die das Custody‑Risiko diversifizieren und bestehende Genehmigungsprozesse beibehalten wollen. Durch die Verwahrung bei ihren gewählten Custodians können Institutionen regulatorische Vorgaben und interne Kontrollen wahren, während sie gleichzeitig von Bitgets Liquidität und kapital‑effizienten Tools profitieren. CEO Gracy Chen erklärte, das Angebot „stellt die Annahme infrage, dass Nutzer ihre Assets in die Verwahrung einer Börse geben müssen, um deren Handelsfunktionen zu nutzen“, und betonte den Slogan „Assets in Bank, Trades auf Bitget.“
Kontext und Branchentrends
Der Start folgt einem breiteren Trend, bei dem sowohl Krypto‑Börsen als auch traditionelle Banken die Verwahrung digitaler Assets von den Ausführungsplätzen trennen. Aktuelle Entwicklungen, wie Citigroups Custody+‑Plattform, zeigen die wachsende institutionelle Nachfrage nach Verwahrungsdiensten, die in bestehende Finanzinfrastrukturen integriert sind. Bitgets OCN kommt zudem nach der Überwindung eines Sicherheitsvorfalls im September, bei dem die Börse Auszahlungen wiederherstellte und ein Reserveverhältnis von 115 % für gedeckte Kundengelder meldete.
Ausblick
Beobachter werden die Akzeptanzraten bei Bitgets institutionellen Kunden und die Performance der gespiegelten Salden‑Abwicklungsmodelle verfolgen. Weitere Custodians könnten dem Netzwerk hinzugefügt werden, was die Abdeckung auf mehr Assets und Jurisdiktionen ausweiten könnte. Regulatorische Prüfungen von Custody‑Arrangements außerhalb der Börse könnten ebenfalls die Weiterentwicklung des Services beeinflussen, insbesondere wenn Banken ihr Engagement im Krypto‑Custody vertiefen.

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