Hollywood-Studios verbieten Mitarbeitern Wetten auf Blockchain‑Vorhersagemärkte
Große Filmstudios und Produktionsfirmen haben neue Richtlinien erlassen, die das Wetten von Mitarbeitern auf Insider‑Informationen über Vorhersagemarkt‑Plattformen untersagen.
Aus dem Englischen übersetzt. Original lesen
Das Wichtigste
- Filmstudios erweitern Insider‑Handelsverbote auf blockchain‑basierte Vorhersagemärkte.
- Richtlinien verbieten Wetten auf Besetzungen, Veröffentlichungstermine, Einnahmen und verwandte Unterhaltungsereignisse.
- Durchsetzung könnte schwierig sein, weil Blockchain‑Transaktionen anonymisiert werden können, sagen Experten.
Hollywood‑Studios und Produktionsfirmen haben interne Richtlinien eingeführt, die Mitarbeitern das Platzieren von Wetten auf Vorhersagemarkt‑Plattformen mit Blockchain‑Technologie verbieten, berichtet The Hollywood Reporter, zitiert von Decrypt. Die neuen Regeln untersagen ausdrücklich Wetten auf Besetzungsentscheidungen, Veröffentlichungskalender, Kinoeinnahmen und andere vertrauliche Unterhaltungsdaten, und mindestens ein Studio hat eine anonyme Hotline eingerichtet, um mutmaßliche Verstöße zu melden.
Umfang des Verbots
Die Verbote spiegeln langjährige Insider‑Handelsregeln wider, die für Wertpapiermärkte gelten, und erstrecken sie auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket, die Nutzern Wetten auf ein breites Spektrum von Ergebnissen ermöglichen – von der Besetzung des nächsten James‑Bond bis zu Eliminierungen in Reality‑Shows. Penske Media, die Muttergesellschaft von The Hollywood Reporter, hat ihr Mitarbeiterhandbuch aktualisiert und Verbote für Wetten im Zusammenhang mit Preisnominierungen, Produktionszeitplänen und Veröffentlichungsterminen aufgenommen.
Durchsetzungs‑Herausforderungen
Rechtsexperten warnen, dass die Durchsetzung dieser Richtlinien schwierig sein könnte. Joshua Mitts, Professor an der Columbia University, der Vorhersagemärkte untersucht, sagte dem Hollywood Reporter, dass blockchain‑basierte Wetten „praktisch unmöglich“ nachzuverfolgen seien, wenn Nutzer Mixer und mehrschichtige Zwischenhändler einsetzen. Das Problem wird durch jüngste Vorfälle verdeutlicht, etwa als BetOnline einen James‑Bond‑Markt entfernte, nachdem ein Anstieg von „sharp money“ auf ein mögliches Leck hindeutete.
Jüngste rechtliche Präzedenzfälle
Der Durchgriff folgt mehreren prominenten Fällen von Insider‑Wetten auf Vorhersagemärkte. Im Februar wurde ein Video‑Editor bei MrBeast’s Firma entlassen und mit einer Geldstrafe von 20.000 $ belegt, weil er vertrauliche Informationen nutzte, um auf Kalshi zu profitieren. Bundesstaatsanwälte haben zudem einen US‑Soldaten und einen Google‑Ingenieur wegen betrugsbezogener Straftaten im Zusammenhang mit Polymarket‑Wetten angeklagt. Die Bundesstaaten Kalifornien, New York und Illinois haben ebenfalls ihre Mitarbeiter daran gehindert, nicht‑öffentliche Informationen auf solchen Plattformen zu verwenden.
Ausblick
Beobachter der Branche werden verfolgen, wie Studios die neuen Richtlinien durchsetzen und ob Vorhersagemarkt‑Plattformen zusätzliche Compliance‑Tools einführen. Zukünftige Entwicklungen könnten rechtliche Schritte gegen Insider, weitere regulatorische Erklärungen von Landesbehörden und mögliche Anpassungen der Plattform‑Richtlinien zur Erkennung und Verhinderung von Insider‑Wetten umfassen.

Diskussion 0